Wohnen in den eigenen vier Wänden wird nochmals teurer

Wohnen in den eigenen vier Wänden wird nochmals teurer

Trotz Coronakrise hat die Zahlungsbereitschaft zum Wohnungskauf zugenommen. Die Option Home Office nimmt langen Pendlerdistanzen den Schrecken.

Der Traum vom Eigenheim ist 2020 erneut teurer geworden. Für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen musste deutlich mehr bezahlt werden als im Vorjahr – trotz Pandemie, wie die jüngsten Statistiken zur Preisentwicklung zeigen. Es ist dies ein langjähriger Trend, der sich im laufenden Jahr fortsetzen dürfte.

Der vom Immobiliendienstleister Iazi erhobene Index für privates Wohneigentum (SWX Iazi Private Real Estate Price) weist für das vierte Quartal 2020 einen Anstieg von 1,1% aus, was einer Beschleunigung zum Vorquartal entspricht. Auf Jahresbasis lagen die Preise gemäss Iazi-Index 3% über dem Wert von 2019.

 

Häuser holen auf

 

Trotz Coronakrise ist die Zahlungsbereitschaft zum Kauf von Wohneigentum demnach gewachsen. Die neue Arbeitswelt des Home Office liess den Wunsch nach grösseren Wohnungen und Aussenraum wachsen. «Die Coronakrise hat das Wohnen bei vielen Menschen ins Zentrum gerückt», wird Iazi-Chef Donato Scognamiglio in einer Medienmitteilung zitiert, «damit verbunden ist der Wunsch, ihre Wohnverhältnisse zu optimieren.» Das nach wie vor günstige Zins­umfeld – eine Wende zu höheren Zinsen ist durch die Pandemie noch weiter in die Ferne gerückt – begünstigte das Nachfragewachstum.

Besonders ausgeprägt war 2020 die Preissteigerung für Eigentumswohnungen. Gemäss der Immobilienberatung Wüest Partner, deren Untersuchung auf einen etwas stärkeren Anstieg kommt als Iazi, stiegen die Transaktionspreise im vierten Quartal binnen Jahresfrist gut 5%.

Nach wie vor gross war die Nachfrage nach Einfamilienhäusern. Sie traf auf ein begrenztes Angebot, wobei Wüest Partner einen etwas ­flacheren Preisanstieg im vierten Quartal beobachtete. Auf Jahresbasis nahmen die Hand­änderungspreise aber ebenfalls mehr als 5% zu.

Die Preisentwicklung war regional breit ab­gestützt. Überdurchschnittlich war die Preis­dynamik in den ohnehin schon teuren Agglomerationen Zürich und Genf, aber auch in Teilen der Zentralschweiz wie Luzern und Zug. Dort ­erzeugten vor allem die steuergünstigen Gemeinden Magnetwirkung.

Gleichzeitig fielen die höheren Hauspreise in der Ostschweiz (St. Gallen, Glarus) auf. Die längere Pendlerdistanz zu Zürich verlor als Argument an Bedeutung gegenüber dem Trumpf des insgesamt günstigeren Raumangebots. Die Option, abseits der teuren Zentren zu leben, hat ­zudem den Personenkreis erweitert, der sich einen Hauskauf überhaupt leisten kann.

Der Wunsch nach weniger städtischem Dichtestress und mehr frischer Luft liess auch die Hauspreise in Tourismusregionen steigen, vornehmlich in Orten mit relativ günstigem Preisniveau. Unterdurchschnittlich war der Preisauftrieb im Jura, in Teilen der Nordwestschweiz und des Wallis. Im Tessin setzte sich die Schwäche auf dem Einfamilienhausmarkt fort, der Trend war bereits in den Vorjahren zu verzeichnen.

Für die UBS wird die gewonnene Wahlfreiheit im Wohnen weiterhin Regionen begünstigen, die ausserhalb der klassischen Pendlerzonen liegen. Als mögliche Profiteure nennt sie in der jüngsten Marktstudie das Unterwallis, das Churer Rheintal und die Bodenseeregion.

 

Verlangsamung 2021

 

Insgesamt dürfte sich Wohneigentum auch im laufenden Jahr verteuern. So rasant wie 2020 sollten sich die Preise aber nicht entwickeln. UBS verweist dazu auf den nachlassenden Rückenwind durch die gesunkenen Hypothekarzinsen. Der Grundtenor im Markt soll freundlich bleiben, da Eigenheime generell als attraktive langfristige Investition wahrgenommen werden. Gleicher Ansicht ist Wüest Partner. Für 2021 erwarten die Berater einen Preisanstieg für Einfamilienhäuser von landesweit durchschnittlich 1,5%. Für Eigentumswohnungen könnte es weniger nach oben gehen, die Steigerung wird auf 0,3% geschätzt.

 

Die niedrigen Hypothekarzinsen werden die Nachfrage erneut stützen. Ein Fragezeichen ist die Neubauproduktion respektive ob sie zusammen mit dem bestehenden Angebot die Nachfrage so befriedigen kann, dass der Preisauftrieb gebremst wird. Wüest Partner rechnet mittelfristig mit einem stabilen Bauvolumen. Die Zahl der Neubaugesuche für Eigentums­wohnungen lag im vergangenen Jahr 1,4% über dem Dreijahresmittel. Eine besondere Dynamik wird dem Eigentumswohnungsbau in der Stadt Zürich, der Region Glattal-Furttal sowie in Aarau und Vevey prognostiziert. Bei den Ein­familienhäusern lag die Zahl der Neubaugesuche mit –0,7% leicht darunter.

 

Quelle: fuw.ch

 

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